22
Feb
2016
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Bragi – The Dash – Ein Kurztest

In meinem heutigen Artikel schreibe ich über einen Kurztest von Bragi – The Dash.

Das ich diese sehr interessanten Kopfhörer (kurz) testen durfte ist einem glücklichen Zufall geschuldet.

Umso größer wurden meine Augen und mein Grinsen als mir jemand die noch nicht lieferbaren Bragi – The Dash in die Hand drückte. Schon während der Kickstarter Kampagne verfolgte ich die Entwicklung und den Weg dieses neuen und sehr außergewöhnlichen Gadgets. Die letzten Vorstellungsvideos diverser Online Platformen von der CES 2016 – in denen alle voll des Lobes waren, haben mich noch neugieriger gemacht.

Und jetzt liegen sie direkt vor mir.

 

Über Bragi

Bragi ist ein Münchner Startup dass im Jahr 2014 über eine Kickstarter Kampagne knapp 3,3 Millionen US Dollar eingesammelt hat. Derzeit arbeiten rund 120 Mitarbeiter am Münchner Hauptstandort an der finalen Markteinführung. Mit dem Versand an die ersten regulären Besteller wird für Anfang März gerechnet.

Die Verpackung

 

In einer kleinen schwarzen Plastikbox sind die beiden komplett kabellosen In-Ear-Stücke per Magnet in einzelnen Ladesockeln eingesetzt. Das besondere an dieser Aufbewahrungsidee – die Kopfhörer werden von einem integrierten Akku sofort geladen, sobald der Magnet das jeweilige Ohrstück andockt.

Dieser integrierte Akku schafft 3-4 vollständige Ladungen, während die Bragi ordentlich verstaut und sicher transportiert werden können. Für mich persönlich eine fantastische Lösung, der ich direkt einen Bonus Punkt vergebe.

 

In Betriebnahme

Der erste Einsatz

Aus der Box genommen und in die Ohren eingesetzt, erkennen die Bragi sofort dass sie jetzt benutzt werden sollen. Hier hat sich der Hersteller bewusst dazu entschieden kurz vor der eigentlichen Fertigstellung die Reißleine zu ziehen. Die bis Dato verbaute Bluetooth Verbindung die für die Kommunikation zwischen den beiden Kopfhörern sorgt, arbeitete nicht den Qualitätsansprüchen entsprechend. So wurde die Veröffentlichung um ein weiteres halbes Jahr verschoben und eine Near-Field-Technik auf Magnetbasis verbaut, die seit mehreren Jahren bei Hörgeräten erfolgreich zum Einsatz kommt. Diese arbeitete in meinem Test einwandfrei.

Sobald man die Kopfhörer ins Ohr einsetzt, erkennen diese aufgrund der nähe zueinander dass sie nun genutzt werden sollen und schalten dadurch in den Aktiv Modus. Die Koppelung mit dem jeweiligen Gerät passiert dann via Bluetooth und funktionierte auf Anhieb reibungslos.

Man kann die Bragi entweder direkt zum telefonieren oder Musik hören verwenden, aber es gibt auch eine App in der zusätzliche Funktionen zur Verfügung stehen.

 

Zusatzfeatures

Es ist sogar möglich mit diesem kleinen Stück Technik den Puls zu messen oder Sportaktivitäten zu tracken. Dafür muss allerdings die App genutzt werden, was mir bei diesem Kurztest leider nicht möglich war.

Was in diese kleinen zwei Objekte an Funktionen verbaut wurden, ist schon aller Ehren wert.

 

Bedienung

Bedient werden die Kopfhörer auf den Oberflächen Außenseite beider Stücke mit Wischgesten oder Berührungen. Hier gibt es eine klare Aufteilung der Befehle je Seite. Auf der rechten Seite befinden sich alle Befehle die mit dem Starten/Stopen von Musik, Vor- oder Zurückschalten von Liedern oder dem Lauter/Leiser stellen der Lautstärke zu tun haben. Ein einzelner Tap auf die Oberfläche pausiert oder startet ein Lied, ein Doppel Tap springt zum nächsten Lied und der dreifach Tap wechselt zum Lied davor zurück. Wischt man von hinten nach vorne wird die Musik lauter, wischt man nach hinten – leiser.

 

Die Belegung der Touchoberfläche

Auf der linken Seite bedient man eine genial Funktion – Transparency Mode genannt.

Dahinter verbirgt sich eine Technik, die bei Aktivierung (nach vorne wischen) über kleine einsetzte Mikrofone, alle Geräusche um einen herum in die Kopfhörer übertragen. Als ich dieses Feature zum ersten mal aktiviert habe, war ich schwer beeindruckt. Selbst bei laufender Musik dringen die Stimmen und Geräusche wunderbar zu mir durch und ich habe die Möglichkeit jemanden zuzuhören, für den ich sonst immer die Kopfhörer abo der rausnehmen musste. Pausiert man vorher noch die Musik, so kann man ohne entfernen der Bragi an jedem Gespräch teilnehmen, die Mikrofone verrichten hervoragende Arbeit.

Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass die Kopfhörer ansonsten wunderbar abschotten, etwas bei dem ich sehr große Bedenken hatte. Meine Ohren sind für den herkömmlichen Kopfhörer Markt der kleine Prozentsatz der nicht der durchschnittlichen Normalform entspricht. Die Apple Kopfhörer fallen sofort wieder aus meiner Ohrmuschel und auch andere In-Ear sitzen nie gut. Gleiche Befürchtung hatte ich bei den Bragi und war umso überraschter wie perfekt sie sich in die gesamte Ohrmuschel hineindrehen lassen. Als ob jemand vor dem Kauf mein Ohr vermessen hätte, passen sie exzelent in das Ohr und erzeugen einen fantastischen Halt im gesamten Ohr.

 

Klangqualität

Der Klang beim hören von Musik ist für meinen Geschmack sehr gut. Vorteilhaft wirkt sich hier das gute Abschirmenen der Außenwelt aus, dend dadurch ist man nicht gezwungen eine hohe Lautstärke zu wählen, sollte man seine Ruhe haben wollen.

Bragi hat sich zum Glück auch darauf besonnen, die weibliche Kontrollstimme beim ausführen der Kommandos in sehr moderater Lautstärke und Tonlage zu integrieren.

Bei meinem Kurztest blieb mir nur die Möglichkeit die Kopfhörer für ca. 2 Stunden am Arbeitsplatz zu testen und Musik zu hören. In diesen zwei Stunden haben mir zu keinem Moment die Ohren weh getan oder sich ein unangenehmes Tragegefühl bemerkbar gemacht. Auch das sehr leichte Gewicht dieser Wunderdinger ist überraschend.

 

Die Bragi Ladebox und Transporthülle

Die Bragi Ladebox und gleichzeitig Transporthülle

 

Bragi – The Dash – Fazit

Als erstes kurzes Fazit möchte ich dennoch festhalten dass ich von den diesem besonderen Stück Technik sehr angetan war. Was in diese kleinen zwei Objekte an Funktionen verbaut wurden, ist schon aller Ehren wert.

Ob man dafür 300 Euro bezahlen will/muss steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier und jeder wird hier anders abwägen. Allerdings möchte ich hier im Vergleich zu anderen Kosten/Nutzen Vergleichen mal eine Lanze brechen und hervorheben dass selbst für 300 Euro etwas neues (noch) inovatives geschaffen wurde, was auf dem Markt als Vorreiter agiert. Das haben sich andere Firmen definitive andere Preise kosten lassen.

Derzeit befindet sich Bragi noch in der Auslieferung an die letzten Kickstarter Backer und plant den Versand an die ersten offiziellen Besteller noch in diesem Quartal.

 

Ich bin mir ziemlich sicher dass es das Münchner Startup geschafft hat, bei einigen hohen Managern renommierter Kopfhörerhersteller wie Bose, Sennheiser oder Panasonic für ein paar schlaflose Nächte gesorgt zu haben. Bedenkt man weiterhin noch hartnäckige Gerüchte das Apple überlegt ab den nächsten iPhones komplett auf den 3,5 Klinke Anschluss zu verzichten und auf Bluetooth only zu wechseln, so hat sich Bragi eine sehr lukrative Marktlage verschafft.

Wie schnell vergleichbare Geräte auf den Markt kommen steht in den Sternen, Ankündigungen in die gleiche Richtung sind mir derzeit keine bekannt.

 

Weitere Funktionen wie Puls messen, Musik auf die 4GB internen Speicher aufspielen, Tragekomfort bei Sportarten testen, unter Wasser tragen oder in lauter Umgebung ausprobieren blieben mir also noch verwehrt. Aus diesem Grund fehlen mir natürlich auch Erfahrungswerte was die Akkulaufzeit oder der Halt im Ohr bei sportlichen Aktivitäten betrifft.

 

Glücklicherweise erhalte ich aber noch ein mal die Möglichkeit die Bragi – The Dash für einen längeren Zeitraum zu testen, worauf ich mich schon sehr freue.

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3 Responses

  1. Alexander Schimmer

    Hallo Martin,

    ich habe mit großem Interesse Deinen Artikel zu Bragis „The Dash“ gelesen. Leider wird das Produkt im Internet oft schlecht bewertet, da die Hauptfunktion – das Musikhören – nicht richtig funktioniert. Scheinbar verlieren die Kopfhörer oft das Bluetooth-Signal, sobald man das Handy in die Hose steckt oder sich eine Jacke darüber befindet. Weitere Kritikpunkte sind der komplette Ausfall einer Seite oder ein hohes Störgeräusch.

    Ich würde mir zu gerne „The Dash“ kaufen … ich weiß nur leider nicht, ob alle Kinderkrankheiten per Software-Updates zu beheben sind oder es sich dabei auch um Hardware-Probleme handelt. Der Brach-Support kommt scheinbar mit all den Beschwerden nicht hinterher, weshalb ich es gleich unterlasse, dort anzufragen.

    Vielleicht hast Du ja noch andere Stimmen zu „The Dash“ einfangen können – würde mich interessieren.

    Vorab schon vielen Dank für Deine Auskunft!

    Viele Grüße nach München

    Alex

    1. martin

      Hallo Alex,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dein Feedback! Ich kann deine Befürchtung sehr gut verstehen und habe ebenfalls viele Meinungen in die selbe Richtung vernommen. Insgesamt habe ich grob geschätzt 10-12 Stunden mit den Bragi Musik gehört. Davon waren ca. 2 Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln wo sich mein Handy teils in der Hosentasche oder Jackentasche befand. Dauerhafte oder häufige Verbindungsabbrüche konnte ich selbst nicht feststellen, was leider nicht bedeutet dass es diese nicht gibt.

      Das Bragi in nächster Zeit vieles via Updates nachbessern muss/wird ist unumstritten. In deinem Fall würde ich es etwas von deinen Anwendungswünschen abhängig machen. Hast du das Handy wirklich sehr viel/oft in deiner Hosentasche und hörst sehr viel Musik, so ist ein kleines Risiko vorhanden.

      Ist dir aber Musik hören am wichtigsten und hast das Handy zu ca. 60-70% der Zeit außerhalb von Taschen, dürftest du keine großartigen Verbindungsprobleme vorfinden. Die Qualität beim telefonieren lässt noch einiges zu wünschen übrig und ist wohl noch ein größeres Manko. Da du aber sicherlich ein bisschen auf deine Bestellung warten musst, möchte ich einem Kauf nicht komplett widersprechen. Leider kann ich auch keine 1000%ige Kaufempfehlung aussprechen da es eventuell zu Schwierigkeiten kommen kann. Die Dash sind wirklich großartige Kopfhörer und ich konnte in meiner Testzeit eigentlich überhaupt gar keine technische Probleme ausmachen. Dennoch hoffe dass dir meine Antwort ein wenig hilft?!

      Bei Fragen kannst du dich gerne noch mal melden.

      Viele Grüße
      Martin

  2. Pingback : digitalnaive.de – Samsung Gear IconX - Konkurrenz für Bragi - The Dash?

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